WFG Hessen
Vorteile

Wirtschaftsförderer des Kreises, Siegfried Franke, zieht Bilanz für das Jahr 2011



Am 10. September hielt er ihn auf der Bühne in Würzburg in seinen Händen: Den renommierten „großen Preis des Mittelstandes“ hat der Wirtschaftsförderer des Kreises, Siegfried Franke, von der Oskar-Patzelt-Stiftung erhalten. Die Verleihung sei eine gute Werbung für den Kreis und für seine Tätigkeit, kommentierte er. Der Preis zeige, dass die Arbeit der Wirtschaftsförderung bundesweit auffalle. „Ich bin schon stolz auf uns.“ Die Statue steht heute in den Räumen der Wirtschaftsförderung im Frankenberger Unternehmenspark Nord. Dort blickte Franke gestern aufs zu Ende gehende Jahr zurück und benannte die Vorhaben der nächsten Monate. Alles stehe unter einem „Leitmotiv“, erklär-te er: „Aktiv gestalten statt Mängel verwalten – miteinander Lebensqualität in der Region sichern und ausbauen“.

In Netzwerken abstimmen

Das sei ein gemeinsames Ziel, betonte er und verwies auf die engen Netzwerke im Kreis, in denen sich etwa das Korbacher Servicecenter der Industrie und Handelskammer, die Kreishandwerkerschaft, die Kasseler Handwerkskammer, die Wirtschaftsförderer der Kommunen oder die Agentur für Arbeit mit-einander abstimmen. Das Netzwerk sei auch notwendig, um „alles hintereinander zu bekommen“, denn die Wirtschaftsförderung mit ihm als Geschäftsführer, Renate Goebel im Sekretariat und dem Qualifizierungsberater der Kreisverwaltung, Kai Schotte, sei nur eine „kleine Einheit“. Aber sie sei „angesehen in der Region – man kommt auf uns zu“. Seine zwölfjährige Erfahrung als Wirtschaftsförderer zeige, dass ein wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit die intensive Kommunikation mit den Unternehmern im Kreis sei. Sie müssten „Zuversicht bekommen, positiv in die Zukunft sehen“, erklärte er. Das schaffe Sicherheit, die wiederum eine Voraussetzung für Investitionen sei. Und da tue sich einiges im Kreis, ob Ewikon in Franken-berg erweitert oder Volkswagen in Volkmarsen neu baut – WLZ-FZ berichteten. Oft sei er beratend mit eingebunden, ebenso bei Firmenumsiedlungen oder der Suche nach Unternehmensnachfolgern, berichtete Franke.

Auch in Sachen Risikokapital und stille Beteiligungen stehe er im ständigen Kontakt zu Firmen und Hausbanken. Hinzu kamen wieder die Beratungen für Existenzgründer. 89 aus 20 Kommunen seien es dieses Jahr gewesen, neun weitere kamen von außerhalb. Zum Vergleich: 2009 waren es 77 Gründer aus dem Kreis und einer von außerhalb. Schwerpunkte bildeten Frankenberg, Korbach, Battenberg, Willingen und Lichtenfels. Der Frauenanteil liegt bei 45 Prozent. Franke hat wieder auf vielen weiteren „Hochzeiten getanzt“:l Um die Förderung für die drei Leader-Regionen im Kreis zu verbessern und um Bewilligungsabläufe zu vereinfachen, habe er erfolgreich Gespräche mit der für die Abrechnung zu-ständigen „WI-Bank“ und im hessischen Wirtschaftsministerium geführt – auch mit Minister Dieter Posch.

Die Probleme kennt Franke aus erster Hand: Er sitzt im Vorstand der Region Burgwald/Ederbergland.l Im Bündnis „Beruf und Familie“ hat die Wirtschaftsförderung den Wettbewerb „Famiienfreundliche Betriebe“ mit-gestaltet. Das sei angesichts des Bevölkerungswandels ein großes Zukunftsthema, betonte er, – ebenso wie das erfolgreich laufende Projekt „50 plus“, mit dem allein dieses Jahr bis zu 185 ältere Arbeitnehmer  in neue Stellen vermittelt werden sollen.
 

Siegfried Franke bei der Preisverleihung in Wiesbaden.

Für den hessischen Gründerpreis waren diesmal 19 Jungunternehmer aus dem Kreis nominiert, neun schafften es in Kassel ins Finale, eine wie berichtet aufs Siegertreppchen: die Korbacherin Anika Schön mit ihrem „Panama-Kinder-land“. Alle neun Preisjahre zusammengerechnet stelle Waldeck-Frankenberg 25 Prozent der Teilnehmer und 22,2 Prozent der Sieger, sagte Franke, der von Anfang an Mitglied im Initiativkreis der Gründertage ist. Für Existenzgründer im Kreis gab es wieder drei Gründerforen, zwei davon im Herzhäuser Nationalparkhaus. Beim „großen Preis des Mittelstandes“ wurde der Bad Arolser Malerbetrieb Franke einer der fünf hessischen Finalisten – Franke und der Korbacher IHK-Serviceleiter Dr. Peter Sacher nominieren der Stiftung Unternehmer aus dem Kreis. Das nordhessische Netzwerk für dezentrale Energieversorgung wurde neu gegliedert, beim Regionalmanagement wurde Eva Mutschler-Oomen als „Clusterbeauftragte“ eingesetzt. „Damit werden unsere Netzwerkansätze im Kreis überregional eingebunden“, erklärt Franke. Bei der Burgwaldmesse in Wetter habe die Wirtschaftsförderung den größten Stand mit dem breitesten Angebot gehabt. Auch bei den Direktvermarkter-Messen in Willingen und auf Schloss Waldeck sei sie vertreten gewesen. Franke nahm auch an der nordhessischen „Logistiknacht“ in Allendorf teil. Franke sitzt in der Kasseler IHK-Vollversammlung, ist „ständiger Gast“ im Strukturausschuss und dem Regionalausschuss für Nordhessen, gestaltet die Leitbilder für den Kreis und für den Klimaschutz mit, sitzt in der Steuerungsgruppe für den Stadtumbau in Nordwaldeck und arbeitet mit „Studium Plus“ zusammen. Erfreulich gestiegen seien die Zugriffszahlen auf die Ende 2010 neu gestaltete Internetseite. Jeden Monat seien es im Schnitt 6000 Zugriffe, 150 000 Seiten seien dabei aufgerufen worden, berichtet Franke. „Die hohe Inanspruchnahme des Leistungsangebots verdeutlicht, dass der eingeschlagene Weg der bestandsentwickeln-den Wirtschaftsförderung richtig ist“, urteilte er. Es gelte, Unternehmensgründungen, Qualifizierungen und den Kampf gegen den Facharbeitermangel weiter zu forcieren. Auch die er-neuerbaren Energien und die Energieeffizienz böten Firmen Entwicklungspotenziale. Mit Marketing will er dem Bevölkerungswandel begegnen: Auswärtige sollen in den Kreis gelockt, Einheimische von der Abwanderung abgehalten werden. Dazu gehörten aber auch höherwertige Bildungsangebote.

Projekte im nächsten Jahr
Als Projekte im nächsten Jahr nannte Franke: Unternehmen sollen in Nordhessen auch Mikrokredite erhalten können – für viele seien die Mindestsummen der Förderbanken zu hoch. Im Kreis soll ein Netzwerk Energie mit Bürgergenossenschaften entstehen – die erste im März im Ederbergland. Weitere Projekte wie Qualifizierungen für Arbeitnehmer, „Beruf und Familie“ oder „50 plus“ werden fortgeführt. Ein strammes Programm hat sich Franke für sein letztes Jahr auferlegt – im April 2013 will er ausscheiden. Bei der Suche nach einem Nachfolger und nach eventuell neuen Strukturen will er mitwirken. Die Vor-gaben sind jedenfalls groß: Die Wirtschaftsförderung sei für ihn auch wegen der Bevölkerungsentwicklung und der Lage auf dem Arbeitsmarkt ein „Muss“, erklärte Franke. „Sie agiert als Schnittstelle zwischen Wirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Politik.“ Und um den „großen Preis des Mittelstandes“ zu erhalten, sei es erforderlich, „ein kontinuierlich erfolg-reicher Wegbereiter und -begleiter zu sein“.

(Quelle: Artikel aus der Frankenberger Zeitung vom 29.12.2011)