Am 10. September hielt er ihn auf der Bühne in Würzburg in seinen Händen: Den renommierten „großen Preis des Mittelstandes“ hat der Wirtschaftsförderer des Kreises, Siegfried Franke, von der Oskar-Patzelt-Stiftung erhalten. Die Verleihung sei eine gute Werbung für den Kreis und für seine Tätigkeit, kommentierte er. Der Preis zeige, dass die Arbeit der Wirtschaftsförderung bundesweit auffalle. „Ich bin schon stolz auf uns.“ Die Statue steht heute in den Räumen der Wirtschaftsförderung im Frankenberger Unternehmenspark Nord. Dort blickte Franke gestern aufs zu Ende gehende Jahr zurück und benannte die Vorhaben der nächsten Monate. Alles stehe unter einem „Leitmotiv“, erklär-te er: „Aktiv gestalten statt Mängel verwalten – miteinander Lebensqualität in der Region sichern und ausbauen“.
In Netzwerken abstimmen
Das sei ein gemeinsames Ziel, betonte er und verwies auf die engen Netzwerke im Kreis, in denen sich etwa das Korbacher Servicecenter der Industrie und Handelskammer, die Kreishandwerkerschaft, die Kasseler Handwerkskammer, die Wirtschaftsförderer der Kommunen oder die Agentur für Arbeit mit-einander abstimmen. Das Netzwerk sei auch notwendig, um „alles hintereinander zu bekommen“, denn die Wirtschaftsförderung mit ihm als Geschäftsführer, Renate Goebel im Sekretariat und dem Qualifizierungsberater der Kreisverwaltung, Kai Schotte, sei nur eine „kleine Einheit“. Aber sie sei „angesehen in der Region – man kommt auf uns zu“. Seine zwölfjährige Erfahrung als Wirtschaftsförderer zeige, dass ein wesentlicher Bestandteil seiner Arbeit die intensive Kommunikation mit den Unternehmern im Kreis sei. Sie müssten „Zuversicht bekommen, positiv in die Zukunft sehen“, erklärte er. Das schaffe Sicherheit, die wiederum eine Voraussetzung für Investitionen sei. Und da tue sich einiges im Kreis, ob Ewikon in Franken-berg erweitert oder Volkswagen in Volkmarsen neu baut – WLZ-FZ berichteten. Oft sei er beratend mit eingebunden, ebenso bei Firmenumsiedlungen oder der Suche nach Unternehmensnachfolgern, berichtete Franke.
Auch in Sachen Risikokapital und stille Beteiligungen stehe er im ständigen Kontakt zu Firmen und Hausbanken. Hinzu kamen wieder die Beratungen für Existenzgründer. 89 aus 20 Kommunen seien es dieses Jahr gewesen, neun weitere kamen von außerhalb. Zum Vergleich: 2009 waren es 77 Gründer aus dem Kreis und einer von außerhalb. Schwerpunkte bildeten Frankenberg, Korbach, Battenberg, Willingen und Lichtenfels. Der Frauenanteil liegt bei 45 Prozent. Franke hat wieder auf vielen weiteren „Hochzeiten getanzt“:l Um die Förderung für die drei Leader-Regionen im Kreis zu verbessern und um Bewilligungsabläufe zu vereinfachen, habe er erfolgreich Gespräche mit der für die Abrechnung zu-ständigen „WI-Bank“ und im hessischen Wirtschaftsministerium geführt – auch mit Minister Dieter Posch.
Die Probleme kennt Franke aus erster Hand: Er sitzt im Vorstand der Region Burgwald/Ederbergland.l Im Bündnis „Beruf und Familie“ hat die Wirtschaftsförderung den Wettbewerb „Famiienfreundliche Betriebe“ mit-gestaltet. Das sei angesichts des Bevölkerungswandels ein großes Zukunftsthema, betonte er, – ebenso wie das erfolgreich laufende Projekt „50 plus“, mit dem allein dieses Jahr bis zu 185 ältere Arbeitnehmer in neue Stellen vermittelt werden sollen.