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Startschuss für lohnende Kooperationen

Eine Delegation israelischer Unternehmen und Start-ups machte eine Betriebsbesichtigung in Waldeck Frankenberg

Waldeck-Frankenberg ist ein attraktiver Wirtschaftsstandort - nicht nur für regionale Firmen, sondern auch für UnternehmerInnen aus dem Ausland. Eine Delegation israelischer Unternehmen und Start-ups hat deshalb jetzt vier Tage lang die Region Nordhessen erkundet. Ihr Ziel: das wirtschaftliche Potenzial Nordhessens - insbesondere im Bereich Smart Cities & Smart Countrysides - kennenzulernen und Kontakte zu hiesigen Unternehmen zu knüpfen. Zu der Rundreise eingeladen hatte die Arbeitsgemeinschaft Nordhessischer Wirtschaftsförderer (AGW) und der Deutsch-Israelischen Industrie- und Handelskammer (AHK). Sie wurde koordiniert durch die Berliner Unternehmensberatung energiewaechter GmbH und finanziert durch Mittel des ISW-Programms (Internationalisierung von Regionen im Strukturwandel) der Germany Trade & Invest, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Bundesrepublik Deutschland.

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Auf ihrer Tour durch den Landkreis Waldeck-Frankenberg besuchten die israelischen Gäste die Firma KoCoS in Korbach. Dort wurden sie von dem Geschäftsführer Herrn Thomas Becker empfangen, der ihnen sowohl die Firmengeschichte als auch die einzelnen Produkte des Unternehmens präsentierte. Er machte gleich zu Beginn das Interesse an internationalen Geschäftsbeziehungen auch nach Israel deutlich und freute sich über den Austausch mit den Gästen.

Die Firma KoCoS wurde 1988 als „Korbacher Computer-Systeme“ gegründet. Aus dem Computerfachhandel entstand durch die Leitung von Thomas Becker in den 1990er-Jahren ein komplett neues Unternehmen, das sich auf die Herstellung von Mess- und Prüftechnik für den Energiemarkt konzentriert. Zusätzlich hat KoCoS mit optischer Messtechnik weltweit Nischen gefunden, wie Messverfahren für die Chipindustrie oder die Prüftechnologie für Auto-Katalysatoren. Das Korbacher Unternehmen wurde häufig prämiert und ist selbst für den US-Chiphersteller Intel ein wichtiger Vertragspartner. Inzwischen beschäftigt KoCoS als globale Firmengruppe rund 200 Beschäftigte weltweit und engagiert sich mit KoCoS-Care auch bei sozialen Projekten. Einen wichtigen Standort für Automatisierungstechnik errichtete KoCoS 2010 zusätzlich im thüringischen Weimar. Abschließend führte der Geschäftsführer die israelischen Gäste über das Korbacher Betriebsgelände, auf dem sich neben der Entwicklungsabteilung und einer Teilfertigung auch ein repräsentativer Showroom mit den wichtigsten Produkten befindet. In diesem erklärte Thomas Becker die Funktionsweise von sogenannten „Wafers“, für die durch ein innovatives Lasermessverfahren die Produktion von Computerchips bei Herstellern wie Infineon unterstützt wird.

Nach der Betriebsbesichtigung ging es zur Mühlenkopfschanze in Willingen. Hier wurde ihnen von Herrn Günther Gröticke die größte Skisprungschanze der Welt nähergebracht. „Besonders wichtig ist dabei das jährliche internationale Ski-Springen mit all seinen Anforderungen an die technische Infrastruktur, um die Nachrichtensender der ganzen Welt mit den Ergebnissen zu versorgen“ betonte Herr Gröticke. Im Hotel Stryckhaus wurde der Abschluss einer ereignisreichen Rundreise durch Nordhessen bei einem gelungenen Mittagessen gefeiert, zu dem die Wirtschaftsförderung Waldeck-Frankenberg die israelischen Gäste eingeladen hatte. Um weiterhin als Tourismusstandort wahrgenommen zu werden, wird aktuell die längste Hängebrücke Deutschlands im Strycktal gebaut, welche in Zukunft eine weitere Attraktion für die Besucher in Willingen sein wird.

Dass die Themen Energie, Digitalisierung und Mobilität in Zukunft stark an Bedeutung zunehmen werden stand dabei für die Organisatoren der Reise im Mittelpunkt. „Die Delegation hat erkannt, über welches Potenzial Nordhessen in diesen Bereichen verfügt. Von einer Kooperation können beide Seiten profitieren, erste Kontakte zwischen Unternehmen und israelischen Start-ups wurden hier im Landkreis bereits geknüpft." erklärt Barbara Eckes von der Wirtschaftsförderung Waldeck-Frankenberg. Auch die israelischen Gäste, die hauptsächlich aus den Branchen IT, Mobilität und Energie kommen, zeigten sich beeindruckt vom Einblick in die nordhessische Innovationsszene. „Nordhessen kannte ich bislang nicht, aber das Potenzial für Kooperationen ist enorm", schreibt eine Teilnehmerin. Sie habe interessante Unternehmen kennengelernt und freue sich auf einen weiteren Austausch mit regionalen Akteuren aus Nordhessen.